BSZ: Oft nicht mehr als ein unkritisches, parteiisches Blatt – gefüllt mit Belanglosigkeiten
Mittwoch, 21.Oktober 2009 von admin
Die älteste regelmäßig erscheinende Studierendenzeitung kommt aus Bochum: Es ist die bsz, die Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung. Egal wer gerade den AStA stellt, die bsz ist oft Bestandteil der politischen Auseinandersetzung. In diesen Tagen erreicht die Berichterstattung (und insgesamt auch: Die Arbeit der bsz-Redaktion) einen neuen Tiefpunkt: Während gerade zum Semesterstart vieles auf dem Campus – und darüber hinaus – geschieht, kümmert sich die bsz-Redaktion um Selbstbeschäftigung.
Welche Relevanz der Artikel des Redakteurs Ulrich Schröder (hier klicken) zum Ausschluss von sieben Mitgliedern der Bochumer Linkspartei für die Studierendenzeitung hat, wird sich den mensierenden Studierenden nicht erschließen. Die sieben Personen sollen aus der “Linken” ausgeschlossen werden, weil sie zur Kommunalwahl in Bochum für eine andere, konkurrierende Liste angetreten waren. Das wäre vollkommen irrelevant für das Campusleben, wäre der schreibende Redakteur Ulrich Schröder nicht selbst eine der sieben Personen, über die er in dem Artikel schreibt. Kein Wort wird in der bsz den Semestereröffnungsveranstaltungen gewidmet, die Arbeit der Gremien an der Universität wird nicht begleitet – aber für die Bewältigung der eigenen politischen Tätigkeit scheint genug Platz zu sein.
Unserer Meinung nach muss die bsz eine Zeitung sein, die die Interessen aller Studierenden anspricht. Dazu bedarf es auch einer breiten Aufstellung der Redaktion. Die führenden Köpfe der – auf dem Papier selbstverständlich “basisdemokratisch” organisierten – Redaktion sind “alte Hasen” in der Hochschulpolitik und sind zum Teil schon längst keine Studierenden mehr. Einzige Qualifikation: Die ehemalige bzw. bestehende Mitgliedschaft in einer der AStA-tragenden Hochschullisten.
Der Fehler liegt jedoch auch im System. Es ist notwendig, sich für die Besetzung und die inhaltliche Rahmengestaltung der bsz breiter aufzustellen: Es müssen vom Studierendenparlament neue Kriterien für die RedakteurInnen entwickelt werden. Die Herausgeberschaft der bsz sollte vom AStA auf einen Ausschuss des Studierendenparlaments übergehen, an dem alle Hochschullisten und die FachschaftsvertreterInnenkonferenz beteiligt ist – an der Universität Münster geht das beispielsweise ganz gut. Die bsz muss unabhängig sein und in die Redaktion gehören Studierende und keine Personen, die ihr Studium längst abgeschlossen haben.
Tags: AStA, bsz, demokratische Kontrolle, einseitig, Erneuerung, neue Ideen, Studierendenzeitung









Hey Leute,
schöne Seite habt ihr.
Zum Thema: Ich studiere schon länger an der RUB und lese die BSZ immer in der Mensa. Mit dem Linke-Artikel habt ihr recht, das war vollkommen unnötig!
ABER: Zu behaupten, Campus Themen würden vernachlässigt, ist einfach Quatsch. Zum ersten Mal seit Jahren werden studentische Projekte gut dargestellt, über wichtige Themen wie Studiengebühren ausführlich berichtet. Eine große Parteilichkeit ist mir bisher nicht aufgefallen. Der Herr Schröder hat da wohl seinen Frust niedergeschrieben, aber sonst finde ich da keine “Werbung” für Grüne oder Linke. Und dass die Zeitung politisch eher links steht, stört mich als SPD-Grün-Wechselwähler auch nicht. Euch hoffentlich auch nicht als Jusos.
Also wenn die Redakteure wirklich bloß alte Hasen der Unilisten sind, verstecken sie das ganz gut.
Grüße,Ingo
Werte GenossInnen,
zur angeblichen Irrelevanz unserer Kurzmitteilung zu aktuellen Entwicklungen im Bochumer Politspektrum links der SPD habe ich lediglich anzumerken, dass das Thema am 23.10. (zwei Tage nach Eurem lustigen Kommentar) Aufmacher in der WAZ war. Hier der Link:
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/bochum/2009/10/22/news-137984963/detail.html
In unserer Online-Ausgabe wurde der bsz-Artikel zudem in den letzten sieben Tagen bislang 356 Mal abgerufen (108 Mal häufiger als die beiden anderen Kurzmitteilungen der aktuellen Ausgabe).
Mit solidarischen Grüßen
Ulrich Schröder
(Redakteur der Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung)
Was mich wirklich an dem Artikel gestört hat, war die Tatsache, dass er ohne Kenntlichmachung von einem Betroffenen geschrieben wurde. Und damit macht sich die bsz angreifbar.
Und Beiträge der bsz, die von Außenstehenden geschrieben werden, kommen auch ausschließlich aus einer “Ecke” – ich habe nichts gegen die Ecke, wenn aber Martin Budich andauernd Gastbeiträge schreibt, wo nicht einmal eine Gegenposition eingeladen wird, wird das Ganze tatsächlich einseitig. Ich stimme oft dem Inhalt zu – die bsz ist aber keine Zeitung der Hochschullisten, die den AStA stellen und den politisch Nahestehenden. Es ist die Zeitung, die die Studierendenschaft herausgibt – es wäre doch viel spannender, wenn auch mal ein studiengebührenbefürwortender Artikel einem kritischen Artikel gegenübergestellt würde. Ich glaube, dass das in diesem Artikel auch gemeint ist. Wir sind an einer Universität! Es fehlt der Diskurs!!! Von beiden Seiten…
Ich finde auch, dass die bsz sich in den letzten drei bis vier Jahren wirklich gebessert hat – eine andere Art der Redaktionswahl, eine noch größere Unabhängigkeit vom AStA und co. wären wünschenswert.
Die bsz ist die wichtigste Publikation der Studierenden – es fehlt dennoch eine stringente und regelmäßige Berichterstattung aus dem Senat und aus den ganzen Gremien.